Diese 4 Faktoren bestimmen über die Auswahl Deiner Social-Media-Plattform

Juni 15, 2021
4 Faktoren zur Auswahl der geeigneten Social Media Plattform

Ich zeige dir vier Faktoren auf, die Dir bei der Auswahl der Social Media-Plattform helfen.

Oft entscheiden sich Kund*innen  für Social-Media-Plattformen aufgrund von persönlichem Gefallen oder rein nach dem Alter der zu erwarteten Follower.

Das ist nicht nur falsch, das führt auch zu vergeudeten Ressourcen und falschen Rückschlüssen. Wenn Du soziale Netzwerke nur nach Deinem eigenen Geschmack auswählst, dann hast Du am Ende eine nette Zahl an Follower. Im schlimmsten Fall geht Deine Kommunikation jedoch ins Nirwana, weil du schlichtweg die falschen Leute ansprichst. Und mal ganz ehrlich, von Followern allein hast du nichts, Du möchtest schließlich neue Gäste gewinnen.

Die Social Media Plattform nur nach dem Alter Deiner Gäste auszuwählen, führt allerdings auch nicht weit genug. Ja, es ist wichtig das Alter zu beachten, um nicht an der Zielgruppe vorbei zu kommunizieren, aber die Wahl sollte nicht nur vom Alter abhängig gemacht werden.

Welche Faktoren sind es also, die Du bei der Auswahl beachten solltest?

Sowohl in meinen Vorlesungen als auch in Strategie-Workshops erkläre ich meinen Studierenden und Kund*innen folgendes:

Die Auswahl des sozialen Netzwerks hängt von Deinem Unternehmensziel bzw. von der davon abgeleiteten Marketingstrategie, Deiner Zielgruppe oder Buyer Persona, Deiner Unternehmenskommunikation und Deinen Content Formaten ab.

1.Unternehmensziel / Marketingstrategie

Mache Dir bewusst, was Dein Unternehmensziel ist. Willst Du Deinen Umsatz steigern oder Deinen Marktanteil erhöhen?

Möchtest Du zum Beispiel zu den top drei Destinationen für Genusswandern gehören oder in Deiner Stadt DAS Café für hippe Selbstständige werden?

Ist Dein Unternehmensziel die Reduzierung von Kosten oder möchtest Du Deine Deckungsbeiträge verbessern (Umsatz und variable Kosten decken sich mit den Fixkosten)? Vielleicht ist Dein Ziel eine höhere Kundenzufriedenheit oder eine bessere Mitarbeiterqualifikation? Oder möchtest Du deine Mitarbeiter stärker an Dich binden?

Eine Unternehmensstrategie wird in der Regel für mehrere Jahre festgesetzt und verfolgt. Schaue Dir also das Ziel dieser Strategie oder Deinen Business Plan an und entwickle Teilziele für Deine Social-Media-Arbeit. Wie zahlt diese in die Erreichung Deines Unternehmensziel ein?

Ein Teilziel für Deine Social-Media-Arbeit kann eins der folgenden sein:

  • Neue Kunden gewinnen ▶️  Umsatz
  • Vorhandene Kunden stärker binden ▶️ Umsatz
  • Recruiting (Mitarbeiter gewinnen) ▶️ Mitarbeiterqualifikation
  • Mitarbeiter stärker ans Unternehmen binden ▶️ Mitarbeiterbindung
  • Produkte- oder auch Prozesse verbessern ▶️ Deckungsbeiträge verbessern, Kosten senken
  • Imageaufbau/Imagepflege und somit Aufbau eines Expertenstatus ▶️ Umsatz, Marktanteil erhöhen
  • Unterstützung bei der Finanzierung, Crowdfunding ▶️ Marktanteil erhöhen (z.B. bei Start-ups)

Es hilft Dir bei der Erreichung Deines Ziels, wenn Du dieses nach der SMART-Methode entwickelst. Das bedeutet Du formulierst Dein Social-Media-Ziel spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert.

Je nach Zielsetzung hast Du jetzt bereits soziale Netzwerke in die engere Auswahl genommen. Um die Auswahl weiter einzugrenzen, sind jedoch drei weitere Faktoren zu beachten.

2. Zielgruppe/ Buyer Persona

Um im Marketing erfolgreich zu arbeiten, ist die Definition von Zielgruppen unerlässlich. Dies gilt auch für Deine Social-Media-Arbeit. Bezieht sich Dein SMARTes Ziel eher auf deine vorhandenen Gäste oder möchtest Du neue Zielgruppen ansprechen?

Hier ein Beispiel:

Du hast im strategischen Destinationsmarketing festgelegt, dass Du neben Aktivurlaubern im mittleren Alter auch Urlauber mit einbeziehen möchtest, denen Genuss und Wellness wichtig sind. Nun ist es wichtig diese Zielgruppe genauestens zu beschreiben. Dabei hilft die Erstellung von sogenannten Buyer Persona.

Definition Buyer Persona

Buyer Persona stellen einen typischen Kunden dar. Bei der Erstellung einer Buyer Persona nutzt Du echte Daten aus Deinem Gästestamm: Hintergrund der Person/ demografische Daten, Interessen, Informationsbeschaffung, Erwartungen, Ziele & Emotionen und erweiterst diese ggf. um Annahmen und Einschätzungen.

Es hilft Dir bei der Entscheidung für ein oder mehrere soziale Netzwerke, wenn Du Dir eine konkrete Person vorstellen kannst. Gib Deinen Buyer Persona dafür Namen. Überlege Dir danach, ob Du Herbert, Mercedes, Adnan oder Emma auf den Plattformen deiner bisherigen Auswahl antreffen würdest.

Buyer Persona Beispiel

Damit Du Dir eine Buyer Persona besser vorstellen kannst, möchte ich Dir ein wenig über die Mediennutzung von Herbert, Mercedes, Adnan und Emma erzählen. Bitte verstehe Sie als Beispiele:

Herbert liest die lokale Zeitung als Printversion und die HAZ online, er kommuniziert mit Freunden und Familie über Whatsapp. In Facebookgruppen tauscht er sich zum Thema Heimwerken aus. Ansonsten postet er aber nur selten etwas auf Facebook.

Für Direktnachrichten mit ihren Freunden in Deutschland und der Familie in Spanien, kommuniziert Mercedes über Whatsapp. Auf Instagram hat sie eine ordentliche Reichweite als Influencerin mit dem Thema Fitness, weil sie professionelle Fitnesstrainierin ist. Pinterest ist für sie ein Kanal zur Inspiration. Sie ist dort ab und zu, um neue Mode- und Interiortipps zu recherchieren. Zeitungen liest sie gar nicht. Online-Magazine konsumiert sie nur durch Pins bei Pinterest oder wenn ihr jemand einen Link schickt.

Adnan hat einen Account auf Tik Tok, aber er teilt dort nur selten Videos. Er konsumiert lieber die Inhalte anderer zum Thema Tanzen und „Pranks“. Dafür ist er mehr bei Facebook unterwegs und nutzt den Messenger, um mit seiner Familie in der Heimat zu kommunizieren. Hier ist er auch Mitglied einiger Gruppen, um sein Deutsch zu verbessern und um deutsche Gebräuche zu verstehen.

Emma nutzt Snapchat und kommuniziert dort mit ihren Freunden per Direktnachricht. Tik Tok nutzt sie ebenfalls und lädt dort manchmal eigene „Playback“- Videos hoch. Ansonsten folgt sie dort bekannten Influencer*innen. Whatsapp nutzt sie ebenfalls, wie Snapchat, für Direktnachrichten. Hier kommuniziert sie aber mit älteren Menschen aus ihrer Familie (Eltern, ältere Geschwister, Tanten und Onkel, etc.).

Mit der Vorstellung von konkreten Personen, sollte Dir die Auswahl für die richtige Social-Media-Plattform schon deutlich leichter fallen.

3. Unternehmenskommunikation

Neben der Zielsetzung und der Zielgruppe, hängt die Auswahl der richtigen Social-Media-Plattform von der Unternehmenskommunikation ab.

Werden Deine Gäste gesiezt oder geduzt? Sprichst Du Gäste auf Deiner Website eher aktiv, zurückhaltend oder neutral an? Genderst Du? Wie begegnest Du Deinen Gästen, wenn Sie zur Tourist-Information kommen, an der Rezeption Deiner Pension stehen oder Dein Restaurant besuchen? Bedenke auch das Arbeitsklima Deiner Belegschaft. Wie wird miteinander gesprochen?

Beachte außerdem besondere Abkürzungen oder Ausformulierungen in deiner Corporate Language . Auf jeder Social-Media-Plattform reden die Nutzer anders. Passt dies zu Dir und Deiner Unternehmenskommunikation?

Welches soziale Netzwerk kannst Du ausschließen?

4. Content-Formate

Zuguterletzt entscheiden Deine (vorhanden) Content-Formate über die Auswahl einer Social-Media-Plattform.

Wie viele Bilder hast du vorliegen und was für eine Qualität haben Sie? Sind sie eher hochkant oder vertikal? Hast du Videos erstellt oder erstellen lassen? Sind sie länger als eine Minute oder kürzer? Hast Du für Pressemitteilungen oder Whitepaper Infografiken erstellt? Nutzt Du bereits eigene GIFs, weil Du schon auf einer Social-Media-Plattform aktiv bist?

Definition "GIF"

Das „Graphics Interchange Format“, kurz GIF, ist eine Datei, die aus Animationen, kurzen Videosequenzen oder bewegten Bannern besteht.

Die obigen Fragen solltest Du keinesfalls ignorieren. Ein kleines Beispiel zur Begründung:

Mit ausschließlich Pressemitteilungen und Whitepaper kommst Du auf Instagram nicht weit. Das heißt Du musst auf Basis der anderen Faktoren überlegen, ob Instagram die richtige Plattform für Dich ist. Wenn ja, dann gilt es neue Formate zu entwickeln und Fotos sowie Videos zu produzieren. Du solltest nicht starten bevor Du weißt wie und mit welchem Content Du dort kommunizieren möchtest. Ein Redaktionsplan hilft Dir zu einer übersichtlicheren Planung Deiner Social-Media-Inhalte.

Das Zusammenspiel der vier Faktoren Unternehmensziel, Zielgruppe, Unternehmenskommunikation und und Content Formate ist wichtig. 

Wenn es Dein Ziel ist potenzielle Auszubildende und Dualstudenten anzusprechen, Du aber bisher nur auf LinkedIn aktiv bist, kannst Du dich trotzdem für Instagram entscheiden. Es passt zum Ziel und der Zielgruppe. Vielleicht musst Du jedoch Deine Sprache ein wenig verändern und Deine Inhalte an die Instagram–Formate anpassen. Beachte also, dass Dein SMARTes Unternehmenziel mit Deiner/Deinen Buyer Persona, Deiner Unternehmenskommunikation und Deinem vorhanden Content für Deine Social-Media-Arbeit zusammenpassen.

Aufgrund dieses Zusammenspiels solltest Du Dich für eine Social-Media-Plattform entscheiden.

Von Anna Hübner

Mein Herz schlägt für gute Geschichten, ob ich sie selbst beim Reisen erlebe oder sie zusammen mit meinen Kunden finde und erzähle, ist dabei ganz egal!

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